Wir haben zwölf Anfängerfehler beim Fotografieren gesammelt

12 Anfängerfehler beim Fotografieren und wie ihr sie vermeidet

Wenn man sich zum ersten Mal eine Spiegelreflexkamera gekauft hat, das gilt natürlich auch für jede andere Kamera, neigt man ja dazu, möglichst schnell loszulaufen und schöne Fotos zu machen. Dieser Ehrgeiz ist natürlich super! Aber bei all den Funktionen und Auswahlmöglichkeiten macht man schnell einen Anfängerfehler beim Fotografieren, der eigentlich vermeidbar gewesen wäre. Weil wir schon einige davon gemacht haben, teilen wir sie gerne mit euch, damit ihr sie nicht auch machen müsst.

1. Nur einmal den Auslöser zu drücken

Ihr macht ein schönes Portrait oder fotografiert mehrere Personen gleichzeitig und seid mit eurem Foto zufrieden. Dann kommt ihr nach Hause, seht euch das Foto auf einem größeren Bildschirm an und siehe da: Irgendwer hat immer die Augen zu, schaut nicht in die Kamera oder macht anderweitig Faxen 😉 Das ist einer der häufigsten Anfängerfehler beim Fotografieren. Deshalb gilt: Macht vom selben Motiv immer mehrere Fotos. Nutzt dafür am besten die Serienbildfunktion der Kamera – einmal den Abzug gedrückt halten und schon macht die Kamera in kurzer Zeit viele Bilder. Damit kommen für zum passenden Anfängerfehler Nummer zwei. Weitere Tipps für Gruppenfotos haben wir in einem weiteren Beitrag gesammelt.

Spiegelreflexkamera Display
Überprüft euer Foto stets genau auf dem Display eurer Kamera, bevor ihr euch einem anderen Motiv zuwendet.

2. Das Bild nicht genau zu überprüfen

Wenn ihr mit dem Foto so weit zufrieden seid, schaut es euch auf dem Display auf jeden Fall nochmal genau an. Vielleicht habt ihr den Fokus doch nicht so exakt gesetzt, wie es auf den ersten Blick aussieht. Oder ein Detail im Hintergrund stört die Bildkomposition, ist aber bei der normalen Ansicht auf dem Display nicht sichtbar. Deshalb immer hineinzoomen und den gesamten Bildbereich prüfen – wenn ihr den Fehler erst zu Hause bemerkt, ist es leider schon zu spät. Passend dazu Anfängerfehler Nummer drei:

3. Sich auf die Bildbearbeitung zu verlassen

Bildbearbeitung am Laptop
Am Laptop kann man später viele Details richten. Aber Murks bleibt Murks!

Photoshop wird’s schon richten? In Lightroom mach‘ ich das weg? Solche Sätze wollen wir von dir auf keinen Fall hören. Denn oft ist das Fehlerchen im Bild nicht mehr zu korrigieren. Wenn euer Foto zu hell ist, ändert ihr die Belichtung und macht noch ein Foto. Wenn euer Foto unscharf ist, wird es auch beim Nachschärfen nicht hübscher. Und wenn ihr euch ein langweiliges Motiv ausgesucht habt, machen die wildesten Filter es auch nicht spannend. Ein schlechtes Foto bleibt ein schlechtes Foto, Photoshop wird es nicht richten! Deshalb kommen wir zum Anfängerfehler beim Fotografieren Nummer vier:

4. Zu überhastet zu fotografieren

Das ist ein typischer Anfängerfehler beim Fotografieren: Motiv gefunden, gezielt, abgedrückt, fertig. Ist nur komisch, dass meine Fotos danach alle gleich aussehen, oder? Lasst euch Zeit und befasst euch mit dem Motiv. Eine knorrige alte Eiche im Schwarzwald will nicht so fotografiert werden wie ein kerzengerader Glasbetonkasten in Berlin. Und das gilt auch für Menschen. Welche Geschichte erzählt euer Motiv? Nehmt euch Zeit zum Zuhören – und zum Fotografieren. Und, damit kommen wir zu Fehler fünf, auch Zeit für die Einstellungen eurer Spiegelreflexkamera oder Digitalkamera.

5. Sich nicht mit den Einstellungen der Kamera zu befassen

Niemand ist als Profifotograf vom Himmel gefallen und das erwarten wir auch gar nicht von dir. Aber nimm dir nicht nur Zeit für das Motiv, sondern auch für deine Kamera. Egal ob Digitalkamera, Spiegelreflexkamera, ja sogar mit dem Smartphone: Die richtigen Einstellungen können den Unterschied zwischen einem tollen Foto und einem langweiligen Bild ausmachen. Einfach draufhalten ist nicht wirklich Fotografie – Schnappschüsse kann jeder.

So eine Kamera hat eine Menge Knöpfe und ihr solltet wissen, was sich hinter ihnen verbirgt. Macht euch darüber schon vor der Motivauswahl Gedanken. Wenn ihr euren Freunden ein tolles Portrait versprochen habt und dann ahnungslos vor ihnen steht, es das nicht so angenehm. Deshalb macht euch vor dem Fotografieren Gedanken – das nicht zu tun, ist unser Anfängerfehler beim Fotografieren Nummer sechs.

6. Sich keine Gedanken über die beste Perspektive zu machen

Ihr könnt euch natürlich jetzt vor mich stellen, mein Gesicht in den Fokus nehmen und ein Portraitfoto aufnehmen. Es wird allerdings eher langweilig werden, denn genau das habe ich schon in meinem Ausweis. Vielleicht steigt ihr lieber auf einen Stuhl und fotografiert mal von oben? Oder legt euch auf den Boden und versucht es so? Mehr Tipps gibt es in unserem Post zum Thema Perspektive beim Fotografieren.

Denkt auch an die Drittelregel, also den goldenen Schnitt. Ein Motiv exakt in der Bildmitte sieht fast immer langweilig aus (klar, es gibt Ausnahmen). Aber ein Motiv, dass sowohl horizontal wie waagerecht einen Bildschwerpunkt auf einem Drittel des Fotos hat, ist gleich viel schöner anzusehen.

7. Die falsche Kamera oder überflüssige Ausrüstung zu kaufen

Fotografie ist kein billiges Hobby, soviel ist sicher. Aber Geld, das ihr falsch investiert, ist einfach nur ärgerlich. Und dennoch ist das ein häufiger Anfängerfehler beim Fotografieren: Man kauft sich eine Kamera oder Zubehör, das einen im ersten Moment begeistert, gut aussieht oder Spaß verspricht. Am Ende benutzt man es nicht und es liegt nur in der Ecke.



Mir ging es so mit einem Weitwinkelobjektiv mit 11 bis 16 mm Brennweite. Irgendwie musste ich es haben und habe es mir dann auch gegönnt, für über 600 Euro. Und wie oft habe ich es seitdem benutzt? Längst nicht so oft wie mein „Immerdrauf“-Standardobjektiv, dass ich immer bei mir habe. Darin wäre das Geld viel viel besser angelegt gewesen. Für die Kamera gilt dasselbe. Wir haben uns für euch einige Kameras genauer angeschaut. Auf unserer Test-Seite erfahrt ihr, welche Kamera am besten zu euch passt. A pro pos Geld für die falsche Ausrüstung ausgeben. Man kann auch am falschen Ende sparen:

8. Am falschen Ende zu sparen

Ich bin ehrlich, hätte ich mir gleich am Anfang einen Fotorucksack gekauft, statt die Kameratasche im Sonderangebot, wäre ich besser bedient gewesen. Die dünne Tasche zum Umhängen reichte am Anfang zwar locker für das bisschen Ausrüstung aus, das ich mit mir herumgetragen habe, hat aber immer öfter gestört. Beim Bücken hatte ich teilweise den Gurt oder gleich die ganze Tasche im Bildausschnitt hängen. Super. Je mehr Foto-Equipment ich mitgenommen habe, desto schwerer wurde die Tasche schwerer und natürlich hing das ganze Gewicht dann nur an einer Schulter.

Was ich hier mit meiner Fototasche beschreibe, gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche. Kauft euch am Anfang ruhig etwas besseres, dann seid ihr auch länger damit glücklich.

9. Die falsche Bildqualität auszuwählen

„Wow, diese Langzeitbelichtung ist mir toll gelungen. Nachher in Lightroom noch den Weißabgleich korrigieren und etwas mehr Licht in die Angelegenheit bringen, dann ist das ein super Foto“. Dachte ich mir und kriegte zu Hause einen ordentlichen Wutanfall, weil ich die Fotos nur als JPG aufgenommen habe. Wieso? Ist mein Speicherplatz denn so begrenzt? Nö. Die Zeiten der Filmfotografie sind (zumindest bei mir) vorbei. Ich hatte einfach nur vergessen, von JPG-Qualität auf RAW & JPG umzustellen. Einen Handgriff gespart (verpeilt) und ein klasse Foto in dem viel Zeit steckte runiert. Auch, weil ich mich nicht an Punkt drei gehalten habe. Das Thema Speicherplatz bringt uns zu Punkt zehn:

10. Die SD-Karte nicht rechtzeitig zu leeren

Ist mir genau so passiert: Ich habe einer Freundnin tolle Portraitfotos versprochen, wenn sie sich ein wenig Zeit für mich nimmt, damit ich üben kann. Die Fotos wurden auch sehr schön. Allerdings musste sie wirklich viel Zeit mitbringen, weil ich die Bilder von einer vorangegangenen Fototour nicht auf meinen Laptop übertragen und entsprechend auch nicht gelöscht habe. Deshalb konnte ich auch nicht einfach meine SD-Karte formatieren, sondern musste mich einzeln von den schönen Bildern von der Fototour trennen. Ärgerlich, wo Speicherplatz doch kaum mehr eine Rolle spielt. Dieser Anfängerfehler beim Fotografieren bringt uns auch schon zu Nummer elf.

SD Karte
Nach dem Fotoshooting ist es wichtig, dass ihr eure Fotos auf dem Computer abspeichert und anschließend auf jeden Fall eure SD-Karte formatiert.

11. Keine regelmäßigen Backups zu machen (auf der Kamera und dem Computer)

Ihr habt nun aus meinem Fehler gelernt und alle eure Fotos auf euren Computer übertragen. Bestenfalls organisiert ihr sie sogar gleich mit einer gut durchdachten Ordnerstruktur oder in einer geeigneten Software wie Adobe Lightroom. Damit entgeht ihr auf jeden Fall dem Problem aus Anfängerfehler Nummer zehn, dass euch der Platz auf der Speicherkarte ausgeht. Wenn euch aber nun der Computer kaputt geht, sind alle Bilder futsch.

Also nutzt entweder eine externe Festplatte, um eure Bilder doppelt zu speichern, oder einen Online-Cloud-Service. Die meisten davon wie Google Drive oder Dropbox sind bis zu einer bestimmten Menge Speicherplatz kostenlos.

12. Die Kamera nicht dabei zu haben

Das ist der mit Abstand häufigste und schlimmste Anfängerfehler beim Fotografieren: Ihr habt eure Kamera nicht dabei. Ihr werdet nur besser indem ihr übt. Ihr schärft euer Auge für tolle Motive, in dem ihr im Alltag darauf achtet, was vielleicht ein schönes Foto ergeben könnte. Wenn ihr das Motiv dann findet und habt eure Kamera daheim gelassen… glaubt mir, der Ärger ist groß.

Die beste Kamera ist die, die ihr auch dabei habt. Also nehmt sie mit, beim Bummeln, beim Spaziergang, bei Ausflügen. Wenn ihr sie nicht braucht, ist es hinterher nicht schlimm. Andersrum schon.

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Sarah

Ich wurde 1991 geboren und habe zu meinem 17. Geburtstag meine erste Spiegelreflexkamera bekommen. Mittlerweile ist meine Nikon überall dort, wo ich auch bin und hält quasi jeden schönen Moment fest.

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